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<title>Ivanhoe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Ivanhoe</span></h1>
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<p><b>Ivanhoe</b> ist ein 1820 veröffentlichter <a href="Roman" title="Roman">Roman</a> von Sir <a href="Walter_Scott" title="Walter Scott">Walter Scott</a> und zugleich der Name der Hauptperson des Romans, des <a href="Kreuzzug" title="Kreuzzug">Kreuzritters</a> Sir <i>Wilfred of Ivanhoe</i>.
</p><p>
Hauptthema ist die Rivalität zwischen den beiden großen hochmittelalterlichen „Nationen“ Englands, den <a href="Angelsachsen" title="Angelsachsen">Angelsachsen</a> und <a href="Normannen" title="Normannen">Normannen</a>, die sich während der Abwesenheit des rechtmäßigen Königs <a href="Richard_L%C3%B6wenherz" title="Richard Löwenherz">Richard Löwenherz</a> durch die Intrigen seines Bruders und Statthalters verschärft.</p>
<p>Im fiktiven Zusammenspiel der Romanfiguren mit historischen Persönlichkeiten entsteht in <i>Ivanhoe</i> ein anschauliches Bild Englands am Ende des 12. Jahrhunderts und zugleich ein nationaler Mythos. Dieser „<a href="Historischer_Roman" title="Historischer Roman">historische Roman</a> gilt als einer der ersten seiner Art, als Vorbild für ein Genre, das bald in ganz Europa Nachahmung fand. Wer das Buch heute liest, mag über manches Klischee und die mitunter haarsträubende Handlung schmunzeln – gute Unterhaltung findet er allemal.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Handlung">Handlung</h2></div>
<p>Die Geschichte wird mit einiger Fantasie vor dem historischen Hintergrund der Rivalitäten zwischen Angelsachsen und Normannen<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in England etwa 130 Jahre nach dem Sieg <a href="Wilhelm_I._(England)" title="Wilhelm I. (England)">Wilhelm des Eroberers</a>, der <a href="Kreuzzug" title="Kreuzzug">Kreuzzüge</a> und der Geiselnahme des englischen Königs <a href="Richard_L%C3%B6wenherz" title="Richard Löwenherz">Richard Löwenherz</a> in Österreich erzählt. Die Abwesenheit <i>König Richards</i> für den Aufbau einer eigenen Hausmacht nutzend, stützt sich dessen jüngerer Bruder <a href="Johann_Ohneland" title="Johann Ohneland">Johann Ohneland</a> auf die normannischen Ritter und Barone, die ihre Macht auszuweiten versuchen. (Die normannischen Gegenspieler <i>Ivanhoes</i> tragen französische Namen, weil der angelsächsische alte Adel nach der Niederlage in <a href="Schlacht_bei_Hastings" title="Schlacht bei Hastings">Hastings</a> 1066 n. Chr. weitgehend entmachtet wurde und der neue aus der Normandie damals meist <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">Französisch</a> sprach: Brian de Bois-Guilbert, Maurice de Bracy, Philippe de Malvoisin, Ralph de Vipont, Reginald Front-de-Boeuf, der Herr von Torquilstone …).
</p><p>Der <a href="Angelsachsen" title="Angelsachsen">angelsächsische</a> Ritter <i>Ivanhoe</i> kehrt aus <a href="Pal%C3%A4stina_(Region)" title="Palästina (Region)">Palästina</a>, dem Heiligen Land, nach England zurück. Da er wegen seiner Gefolgschaft für den normannischen Richard Löwenherz und seiner Liebe zu <i>Rowena</i>, dem Mündel seines Vaters <i>Cedric des Sachsen</i>, von dessen Hof verstoßen worden war, hat er sich als Pilger verkleidet. Auf dem Hof seines Vaters sieht er <i>Rowena</i> wieder und begegnet dem normannischen <a href="Templerorden" title="Templerorden">Tempelritter</a> <i>Brian de Bois-Guilbert</i>, der kürzlich ebenfalls aus Palästina zurückgekehrt ist und gegen den er dort siegreich im Turnier gekämpft hatte. In der stürmischen Nacht findet auch ein jüdischer Geldverleiher namens <i>Isaac von York</i> in dem Anwesen Zuflucht.
</p>
<p><i>Cedric</i> begibt sich anschließend wie all seine Gäste auf den Weg nach <a href="Ashby-de-la-Zouch" title="Ashby-de-la-Zouch">Ashby-de-la-Zouch</a>, wo <i>de Bois-Guilbert</i> an einem Turnier teilnehmen will. <i>Ivanhoe</i> begleitet den Geldverleiher Isaac dorthin und schützt ihn so vor Überfällen. Zum Dank überlässt ihm der Jude eine Rüstung samt Pferd, womit auch <i>Ivanhoe</i> – zunächst <a href="Inkognito_(Zeremoniell)" title="Inkognito (Zeremoniell)">inkognito</a> als „enterbter Ritter“ (Disinherited Knight) – das Turnier besuchen kann, um den Sieg des Templers zu verhindern. Nachdem er mehrere normannische Kontrahenten wie <i>Grantmesnil</i>, die normannischen Grafen <i>Philippe de Malvoisin</i> und <i>Reginald Front-de-Bœuf</i> sowie <i>Ralph de Vipont</i> besiegt hat, gelingt es ihm zu guter Letzt, <i>de Bois-Guilbert</i> zu bezwingen. Er wird jedoch schwer verwundet. Der Geldverleiher <i>Isaac</i> und seine Tochter <i>Rebekka</i> nehmen Ivanhoe auf. Sie werden jedoch zusammen mit <i>Ivanhoes</i> Vater und <i>Rowena</i> von normannischen Rittern gefangen genommen und auf der Burg <i>Torquilstone</i> des normannischen Grafen <i>Front-de-Bœuf</i> festgesetzt. Dort gesteht der Ritter <i>Maurice de Bracy Lady Rowena</i> seine Liebe und seinen Wunsch, sie zu heiraten, wird aber abgewiesen. Ebenso erklärt der Tempelritter <i>Bois-Guilbert Rebekka</i>, dass er sie begehrt und sie zum Beischlaf zwingen werde und auch sie weist ihn ab, indem sie mit Selbstmord droht. Die Burg wird von Geächteten unter Führung von <i><a href="Robin_Hood" title="Robin Hood">Robin von Locksley</a> (Robin Hood)</i> und dem weiterhin ohne Gefolgschaft auftretenden Schwarzen Ritter, dem bisher unerkannten Richard Löwenherz, angegriffen und erobert. <i>De Bois-Guilbert</i> gelingt unter Mitnahme von <i>Rebekka</i> als Gefangener die Flucht zu seinem Orden. Dort aber erscheint überraschend der Großmeister der Templer, <i>Lucas de Beaumanoir</i>, der Rebekka wegen Hexerei anklagt, da sie seinerzeit bei <i>Miriam von Menassis</i>, einer zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilten Hexe, die Heilkunst erlernt habe.
Einige Zeugen sagen, was von ihnen verlangt wird und <i>Rebekkas</i> Lage scheint aussichtslos, da macht der nach wie vor in sie vernarrte Tempelritter sie bei seinem Verhör auf „Das Blatt, das Blatt!“ aufmerksam, das er ihr zuvor heimlich zugesteckt hat. Dort steht in arabischer Schrift: „Fordere einen Kämpfer.“ Rebekka tut das und ihr wird ein Gottesurteil per <a href="Gerichtskampf" title="Gerichtskampf">Gerichtskampf</a> zugestanden, ein Zweikampf zwischen zwei Rittern. Sie erhält eine Frist von drei Tagen, um einen Kämpfer zu finden.
</p><p>
Als Vertreter der Templer ernennt der Großmeister <i>Brian de Bois-Guilbert</i>, um den Templer von dem angeblich auf ihm lastenden Hexenbann zu heilen. Als Rebekkas Kämpfer erscheint im letzten Moment <i>Ivanhoe</i>, nachdem er sich mit seinem Vater ausgesöhnt hat und <i>Rowena</i> heiraten darf. </p><p>Die Ritter kämpfen nur einen Gang: <i>Bois-Gilberts</i> Lanzenstoß wirft den von seiner Verletzung beim Turnier nur teilweise genesenen <i>Ivanhoe</i> samt Streitross zu Boden, dann aber fällt <i>de Bois-Guilbert</i>, obwohl kaum von <i>Ivanhoes</i> Lanze berührt, überraschend vom Pferd und stirbt: „<i>Die Lanze seines Feindes hatte ihn nicht beschädigt – er war als ein Opfer seiner eigenen unbezähmbaren Leidenschaften gestorben.</i>“
</p><p><i>König Richard</i> erscheint mit genügend Rittern, löst den Templerorden in England auf und zwingt seine Ritter, das Land zu verlassen. <i>Ivanhoe</i> und <i>Lady Rowena</i> heiraten,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Richard vollendet die Wiederherstellung seiner Herrschaft und <i>Rebekka</i> verlässt mit ihrem Vater England Richtung Cordoba.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erzählweise"><span id="Erz.C3.A4hlweise"></span>Erzählweise</h2></div>
<p>Der Roman wird der unterschiedlichen Handlungsorte und mehrerer Handlungsstränge wegen in drei größeren Abschnitten episodisch und kürzer oder länger pausierend erzählt. Jedem der 44 Kapitel ist „als Motto ein Zitat, etwa von <a href="Homer" title="Homer">Homer</a>, <a href="William_Shakespeare" title="William Shakespeare">Shakespeare</a> oder <a href="Friedrich_Schiller" title="Friedrich Schiller">Schiller</a>, vorangestellt.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Thema des <i>ersten Abschnitts</i> ist die Ankunft des Kreuzritters <i>Wilfred von Ivanhoe</i> in seiner Heimat aus Palästina, die Verleugnung durch seinen Vater sowie seine Turnierkämpfe gegen normannische Adlige (Kapitel 1 – 14). Thema des <i>zweiten Abschnitts</i> ist die Belagerung einer normannischen Burg (Kapitel 15 – 33) und im <i>dritten Abschnitt</i> die Entführung und Befreiung <i>Rebekkas</i> aus der Haft der <a href="Templerorden" title="Templerorden">Templer</a> (Kapitel 34 – 44). Mehrfach bastelt Scott in den Handlungsverläufen für den Leser überraschende Lösungen, die nachträglich Empfehlungen zu einer Überarbeitung ausgelöst haben: Der rechtmäßige König, gegen <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpation</a> und Aufstand kämpfend, zieht anfangs <i>allein</i> durchs Land, hat nicht einmal einen einzigen Ritter und Knappen bei sich; ein Adliger steht zur rechten Zeit von den Toten auf; ein anderer Recke fällt als Opfer seiner inneren Leidenschaften zur rechten Zeit tot aus dem Sattel ... „Es gibt genügend Hinweise darauf, dass eine gründliche Überarbeitung die literarische Qualität hätte deutlich verbessern können.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_soziale_Feld">Das soziale Feld</h3></div>
<p>Der gesellschaftliche Raum wird zur Zeit der Handlung (historisch um 1193/94) als noch immer tief in zwei „Nationen“ gespalten gezeichnet, in die der Angelsachsen mit ihrem niedrigen Adel<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die normannischen Prinzen und Barone, die seit dem Sieg über die Angelsachsen (<a href="Schlacht_bei_Hastings" title="Schlacht bei Hastings">Schlacht bei Hastings</a> 1066) das Zentrum der Macht in England bilden. Auch der Übergang der englischen Krone von den normannischen Königen zum Haus <a href="Haus_Plantagenet" title="Haus Plantagenet">Anjou-Plantagenet</a> und damit zu <i>Richard Löwenherz</i> ändert daran nichts. Scott legt die Handlung nach Yorkshire in das Jahr von <i>Richard Löwenherz</i>´ Rückkehr nach England<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und dort können die Ruinen von <a href="Ashby-de-la-Zouch" title="Ashby-de-la-Zouch">Ashby-de-la-Zouch</a>, einem der Turnierorte, heute noch besichtigt werden: In seiner Mischung von historischer Realität und Fiktion wird der Roman so zu einem Manifest nationaler Erinnerung, zu einem nationalen Denkmal. Scott förderte mit seinem bekanntesten Roman eine Romantisierung dieser abenteuerlichen Vergangenheit.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>
Ein allwissender <a href="Typologisches_Modell_der_Erz%C3%A4hlsituationen" title="Typologisches Modell der Erzählsituationen">Er-Erzähler</a> wendet sich mit historischen Einschüben, Erläuterungen und Vergleichen an den Leser, dem er den Zugang zu seinem Bild einer mehr als 600 Jahre alten Geschichte erleichtern will. Hierfür verwendet er umfangreiche Beschreibungen des Settings der Anschaulichkeit und Glaubwürdigkeit wegen: So werden Baustile, Einrichtungen, Kleidungen, Essgewohnheiten, Waffen und Wettkämpfe ausführlich dargestellt und dem Leser historische Ereignisse ins Gedächtnis gerufen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Obgleich die Erzählung eine <a href="Romantik" title="Romantik">„romantische“ Welle</a> in Europa auslöst,<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sind die Dialoge durchweg unsentimental, zwar emotional, aber vom Standpunkt der Figuren immer reflektiert und argumentierend; um Gedanken zu erzählen werden statt eines <a href="Innerer_Monolog" title="Innerer Monolog">inneren Monologs</a> oder <a href="Erlebte_Rede" title="Erlebte Rede">erlebter Rede</a>, die noch nicht erfunden sind, Selbstgespräche in <a href="Direkte_Rede" title="Direkte Rede">wörtlicher Rede</a> benutzt. </p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Habitus_der_Figuren">Habitus der Figuren</h3></div>
<p>Alle Figuren des Romans bewegen sich in einem Spannungsfeld der Positionen, in dem die Charaktere umso eindimensionaler dargestellt werden, je mehr sie sich als Nachkommen der Sieger und Besiegten in gefestigten Positionen gegenüberstehen. So z. B. die normannischen Barone mit brutalen und in Sprache und Kleidung zwar verfeinerten Lebensformen <i>Front-de-Boeuf,</i> <i>Malvoisin</i> und <i>de Bracy</i> sowie der rustikale angelsächsische Than <i>Cedric</i> of <i>Rotherwood</i>, <i>Ivanhoes</i> Vater. Das effektive normannische Herrschaftssystem lässt an den Extremen der Machtachse differenziertere Charaktere kaum zu, die Protagonisten treten auf als Personifizierung ihrer Positionen: „Bei allem Detailreichtum und aller Lebendigkeit erscheinen Scotts Figuren bisweilen als Stereotype und bloße Verkörperungen eines Nationalcharakters.“<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Andere Akteure bewegen sich in einem Mittelbereich dieses antagonistischen Machtfeldes, das die Entfaltung ihrer Talente, ihrer persönlichen Strategien und Netzwerke sowohl ermöglicht als auch erzwingt. Diese Figuren haben ihre angestrebte gesellschaftliche Stellung noch nicht erreicht: <i>Prinz John</i>, Regent und Bruder des abwesenden Königs, bangt um seinen Einfluss; <i>Ivanhoe</i>, der sich anfangs unter Pseudonym als „Enterbter Ritter“ in die Liste des ersten Turniers einträgt und auf seinem Schild eine entwurzelte Eiche zeigt; der Templer <i>de Bois-Guilbert</i>, der nicht leicht wieder in die bestehenden <a href="Feudalismus" title="Feudalismus">feudalen Strukturen</a> integriert werden kann ... Oder die Charaktere sind in einer unsicheren Position und von der Protektion anderer abhängig: so <i>Wamba</i>, der kluge Narr an <i>Cedrics</i> Hof; der Jude <i>Isaak</i> und seine Tochter <i>Rebekka</i>, die beide wegen der aggressiven Diskriminierungen der Juden fast den Status von <a href="Vogelfreiheit" title="Vogelfreiheit">Vogelfreien</a> haben ... Manche Identitäten (<i>Schwarzer Ritter</i>, <i>Enterbter Ritter</i>, <i>Locksley</i>) werden erst lange nach ihrem ersten Auftreten gelüftet: Unsicherheit ist daher die generative Formel, das Entstehungsgesetz der differenzierteren Charaktere. Die Resonanz der geschilderten sozialen Beweglichkeit der Figuren könnte auch damit zusammenhängen, dass Scotts Zeitgenossen in seinem Gemälde mehr Freiräume für sich sahen als in ihrer eigenen Zeit: „Der schottische Autor verklärt das Mittelalter mit seinem Ständesystem zu einer Welt, die Helden zulässt.“<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben Ivanhoe, der fast nur im ersten Teil des Romans als Protagonist auftritt, und neben den normannischen Adligen treiben im zweiten und dritten Teil eine Reihe von Figuren die Handlung voran, die um drei bis vier feudale Ständestufen unter Richard Löwenherz und seinem königlichen Bruder stehen. Die Breite des gesellschaftlichen Panoramas wird als Einfluss der ähnlich diversen shakespearischen Figurenensembles gesehen.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Juden <i>Isaak von York</i>, der einerseits, durch die Umstände gezwungen, als nüchtern seinen Vorteil kalkulierender Geldverleiher, andererseits als treuer Helfer seines Retters <i>Ivanhoe</i> gezeichnet wird. Wenn auch bei ihm noch antisemitische Vorurteile die Figur mitprägen, so wird mit seiner Tochter Rebekka ein selbstbewusstes Frauenbild entworfen, das die Zeitgenossinnen des Autors selten erreicht haben dürften: Sie ist prinzipienfest nach dem <a href="Zehn_Gebote" title="Zehn Gebote">Dekalog</a>, ist als Heilerin mit einer Berufung ohne Standesdünkel aktiv und argumentiert wiederholt gegen die Widersprüche der männlichen Ruhmsucht.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nationaler_Mythos">Nationaler Mythos</h2></div>
<p>Scott lässt Richard Löwenherz versichern: Robin Hood werde „niemanden finden, dem England und das Leben jedes Engländers mehr am Herzen liegt als mir“, er sei ein „wahrer englischer Ritter“.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die wenigen Monate Aufenthalt des historischen Richard in England, die England aufgebürdeten ungeheuren Lasten für seine Kriege auf dem Kontinent und im östlichen Mittelmeer sind vergessen und gehen damit ein in den Mythos einer segensreichen englischen Monarchie. Sowohl der Cedric-Ivanhoe- als auch der Angelsachsen-Normannen-Konflikt und der Kampf um die Stabilisierung der Monarchie gegen die marodierenden Barone sind am Ende entschieden: Eine gemeinsame Zukunft zweier Völker als einheitlicher Nation wird möglich<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – auch durch das Engagement des rechtmäßigen Königs als <a href="Deus_ex_machina" title="Deus ex machina">Deus ex Machina</a>.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Robin Hood, der Captain der Outlaws, setzt durch seine Kooperation mit Richard Löwenherz noch einen besonderen Ton:<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er wird als Führer eines legitimen Widerstands gegen <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpation</a> und <a href="Tyrannei" title="Tyrannei">Tyrannei</a> gezeichnet und damit sowohl als Stütze der legitimen Monarchie als auch als Bedrohung aller illegitimen Herrschaft.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Cum grano saslis</i> wird der sagenhafte Robin Hood des 12. Jahrhunderts<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das fiktive Vorbild des Staatstheoretikers <a href="John_Locke" title="John Locke">John Locke</a> im späten 17. Jahrhundert aus der Perspektive eines Autors des frühen 19. Jahrhunderts: „ ... und die Macht fällt zurück an das Volk, das dann ein Recht hat, zu seiner ursprünglichen Freiheit zurückzukehren und (...) für seine eigene Sicherheit und seinen Schutz zu sorgen“, wie Locke in seinen <a href="Zwei_Abhandlungen_%C3%BCber_die_Regierung" title="Zwei Abhandlungen über die Regierung">Two Treatises</a> das Widerstandsrecht des Volkes begründet.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Indem der Monarch sich dem Usurpator seines Throns zusammen mit dem das Gesetz verteidigenden ´Gesetzlosen´ entgegenstellt, personifiziert Scott den Gesellschaftsvertrag der konstitutionellen Monarchie Englands, das Zusammenspiel von König und Parlament, in diesen beiden Figuren. Zugleich erhält die Staatsform ihre weit zurückreichenden, überhistorischen Weihen – was vielleicht den Erfolg dieser narrativen Erfindung beim Publikum und in Adaptionen, Fortsetzungen und Filmen erklärt: „Wie der Einzelne, so ist die Nation der Endpunkt einer langen Vergangenheit von Anstrengungen, Opfern und Hingabe. (...) Eine heroische Vergangenheit, große Männer, Ruhm (...) – das ist das soziale Kapital, auf dem man eine nationale Idee gründet.“<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Verbindung von Geschichte, Fantasie und nationalem Mythos gelingt Scott mit seinem <i>Ivanhoe</i> „eine neue Variante des historischen Romans: ein umfassendes historisches Panorama.“<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgaben">Ausgaben</h2></div>
<ul><li>Walter Scott: Ivanhoe. A Romance, London, Edinburgh, Dublin and New York: Thomas Nelson and Sons 1910</li>
<li>Walter Scott: <i>Ivanhoe</i>. Übersetzt und bearbeitet von Richard Zoozmann. Th. Knaur Nachf., Berlin (um 1925)</li>
<li>Walter Scott: <i>Ivanhoe.</i> Historische Romane. Deutsch von Christine Hoeppener. Rütten & Loening, Berlin 1952.</li>
<li>Walter Scott: <i>Ivanhoe</i>. University Press, Edinburgh 1998, ISBN 0-7486-0573-8.</li>
<li>Walter Scott: <i>Ivanhoe.</i> Roman. Dtv, München 2007, ISBN 978-3-423-13587-0.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Neuauflagen,_Adaptionen_und_Fortsetzungen"><span id="Neuauflagen.2C_Adaptionen_und_Fortsetzungen"></span>Neuauflagen, Adaptionen und Fortsetzungen</h2></div>
<p>„Sowohl bei den Kritikern als auch bei den Lesern war <i>Ivanhoe</i> ein großer Erfolg. Innerhalb von nur zwei Wochen war die erste Auflage von 10.000 Exemplaren vergriffen, schon bald folgte eine zweite und eine dritte.“<sup id="cite_ref-getabstract_24-0" class="reference"><a href="#cite_note-getabstract-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bereits 1826 erschien in Paris das <a href="Pasticcio_(Musik)" title="Pasticcio (Musik)">Pasticcio</a> <i><a href="Ivanho%C3%A9_(Rossini)" title="Ivanhoé (Rossini)">Ivanhoé</a></i> mit Musik von Rossini, das der Musikverleger Antonio Pacini mit dessen Genehmigung zusammengestellt hatte. Auch <a href="Heinrich_Marschner" title="Heinrich Marschner">Heinrich Marschners</a> 1829 uraufgeführte Oper <i><a href="Der_Templer_und_die_J%C3%BCdin" title="Der Templer und die Jüdin">Der Templer und die Jüdin</a></i> und <a href="Otto_Nicolai" title="Otto Nicolai">Otto Nicolais</a> Oper <i><a href="Il_templario" title="Il templario">Il templario</a></i> (Uraufführung 1840) basieren auf Scotts Roman, ebenso die 1891 im Londoner Royal English Opera House (dem heutigen Palace Theatre) uraufgeführte Oper <i><a href="Ivanhoe_(Sullivan)" title="Ivanhoe (Sullivan)">Ivanhoe</a></i> von <a href="Arthur_Sullivan" title="Arthur Sullivan">Arthur Sullivan</a>.
</p><p><a href="Kurt_Vethake" title="Kurt Vethake">Kurt Vethake</a> produzierte ein Hörspiel nach dem Roman mit <a href="Eberhard_Krug" title="Eberhard Krug">Eberhard Krug</a> in der Rolle des Ivanhoe.
</p><p>Im Jahr 1850 hat der Schriftsteller <a href="William_Makepeace_Thackeray" title="William Makepeace Thackeray">William Makepeace Thackeray</a> die Geschichte mit seinem Werk <i>Rebecca and Rowena</i> fortgeschrieben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Filme">Filme</h2></div>
<p>In den verschiedenen Bearbeitungen des Stoffes wird die von Sir Walter Scott erfundene Figur des Ritters Ivanhoe zunehmend mit dem viel älteren Mythos um Robin Hood verwoben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kino">Kino</h3></div>
<ul><li>1911: Ivanhoe; USA, Regie: <a href="J._Stuart_Blackton" class="mw-redirect" title="J. Stuart Blackton">J. Stuart Blackton</a></li>
<li>1913: <a href="Ivanhoe_(1913%2C_Vereinigte_Staaten)" title="Ivanhoe (1913, Vereinigte Staaten)">Ivanhoe</a>; USA, Regie: <a href="Herbert_Brenon" title="Herbert Brenon">Herbert Brenon</a></li>
<li>1913: <a href="Ivanhoe_(1913%2C_Gro%C3%9Fbritannien)" title="Ivanhoe (1913, Großbritannien)">Ivanhoe</a>; Wales, Regie: Leedham Bantock</li>
<li>1952: <a href="Ivanhoe_%E2%80%93_Der_schwarze_Ritter" title="Ivanhoe – Der schwarze Ritter">Ivanhoe – Der schwarze Ritter</a>; USA/GB, Regie: <a href="Richard_Thorpe" title="Richard Thorpe">Richard Thorpe</a>, mit <a href="Robert_Taylor_(Schauspieler%2C_1911)" title="Robert Taylor (Schauspieler, 1911)">Robert Taylor</a> und <a href="Elizabeth_Taylor" title="Elizabeth Taylor">Elizabeth Taylor</a> – wurde für drei <a href="Oscar" title="Oscar">Oscars</a> nominiert.</li>
<li>1964: <a href="Die_Rache_des_Ivanhoe" title="Die Rache des Ivanhoe">Die Rache des Ivanhoe</a>; Italien, Regie: <a href="Tanio_Boccia" title="Tanio Boccia">Tanio Boccia</a></li>
<li>1983: Die Ballade vom tapferen Ritter Ivanhoe (Баллада о доблестном рыцаре Айвенго); UdSSR, Regie: Sergei Tarassow</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fernsehen">Fernsehen</h3></div>
<ul><li>1982: <i><a href="Ivanhoe_(1982)" title="Ivanhoe (1982)">Ivanhoe</a></i>; USA, Regie: Douglas Camfield, ein Fernsehfilm mit <a href="Anthony_Andrews" title="Anthony Andrews">Anthony Andrews</a> als Ivanhoe, <a href="Sam_Neill" title="Sam Neill">Sam Neill</a> als Brian de Bois-Guilbert, <a href="Julian_Glover" title="Julian Glover">Julian Glover</a> als König Richard und <a href="John_Rhys-Davies" title="John Rhys-Davies">John Rhys-Davies</a> als Reginald Front-de-Boeuf.</li>
<li>1995: <i>Ivanhoe, der junge Ritter;</i> Regie: Ralph L. Thomas</li></ul>
<p>Es gibt weitere zahlreiche Fernsehadaptionen, unter anderem die <a href="Ivanhoe_(Fernsehserie)" title="Ivanhoe (Fernsehserie)">Fernsehserie <i>Ivanhoe</i> (1958)</a> mit <a href="Roger_Moore" title="Roger Moore">Roger Moore</a> in der Titelrolle, sowie eine Miniserie vom BBC aus dem Jahre 1997 unter der Regie von Stuart Orme mit <a href="Steven_Waddington" title="Steven Waddington">Steven Waddington</a> als Wilfred von Ivanhoe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Aleida_Assmann" title="Aleida Assmann">Aleida Assmann</a>: <i><a href="Der_lange_Schatten_der_Vergangenheit" title="Der lange Schatten der Vergangenheit">Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik</a></i>, 3. Auflage. C. H. Beck, München 2018, 320. S. ISBN 978-3-406-66650-6</li>
<li>Annegret Holtmann: <i>Mittelalterliche Juden in der Geschichtskultur der Moderne – das Beispiel „Ivanhoe“</i>. In: Sigrid Hirbodian u. a. (Hrsg.): <i>Pro multis beneficiis</i>. Trier 2012, S. 303–321.</li>
<li><a href="Joachim_Kaiser" title="Joachim Kaiser">Joachim Kaiser</a>: (Hrsg.): <i><a href="Das_Buch_der_1000_B%C3%BCcher" title="Das Buch der 1000 Bücher">Das Buch der 1000 Bücher</a>.</i> Harenberg, Dortmund 2002, ISBN 3-611-01059-6.</li>
<li><i>Kindlers neues Literatur-Lexikon</i>, hrsg. von <a href="Walter_Jens" title="Walter Jens">Walter Jens</a>, Studienausgabe, München: Kindler 1996, Band 15. Sc-St, ISBN 3-463-43200-5</li>
<li>George Sampson: <i>The Concise Cambridge History of English Literature</i>, <a href="Cambridge_University_Press" title="Cambridge University Press">Cambridge University Press</a>, Third Edition Reprinted 1975, S. 514 ff.</li>
<li>Michael Stapleton: The Cambridge Guide to English Literature, Cambridge University Press, 2. Auflage, 1983, S. 444 f.</li>
<li><a href="Barbara_Tuchman" title="Barbara Tuchman">Barbara Tuchmann</a>: <i>Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. Deutsch von Ulrich Leschak und Malte Friedrich. Mit einem Nachwort von Johannes Saltzwedel</i>, 1. Auflage München: Pantheon 2010, 747 S. ISBN 978-3-570-55133-2</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Edinburg University Library: Ivanhoe. First Edition, First Impression, zuletzt abgerufen am 24. Januar 2022 <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="http://www.walterscott.lib.ed.ac.uk/works/novels/ivanhoe.html">[2]</a></li>
<li>Getabstract: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/ivanhoe/6993">Ivanhoe. Lebendiges Mittelalter</a>, in: getabstract.com</li>
<li>Interesting Literature, zuletzt abgerufen am 3. Februar 2022 <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://interestingliterature.com/2020/10/sir-walter-scott-ivanhoe-summary-analysis/">[3]</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/ivanhoe.htm">Klassiker der Weltliteratur: Ivanhoe von Sir Walter Scott</a> - Zusammenfassung, in: Klassiker-der-Weltliteratur.de</li>
<li>Anastasia Melnyk et al.: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gradesaver.com/ivanhoe/study-guide/analysis">Ivanhoe Study Guide: Analysis</a>, in: GradeSaver.com</li>
<li><a href="Projekt_Gutenberg-DE" title="Projekt Gutenberg-DE">Project Gutenberg-DE</a>: Ivanhoe <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.projekt-gutenberg.org/scott/ivanhoe/ivanhoe.html">[4]</a></li>
<li>Shmoop: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.shmoop.com/study-guides/literature/ivanhoe/analysis">Ivanhoe Analysis</a>, in: shmoop.com</li>
<li>Sparknotes: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.sparknotes.com/lit/ivanhoe/section11/">Ivanhoe - Analytical Overview Summery</a>, in: sparknotes.com</li>
<li>Patricia Vineski: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://study.com/academy/lesson/ivanhoe-summary-analysis-quiz.html">Ivanhoe. Summery and Analysis</a>, in: Study.com</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getabstract, siehe Weblinks. Stapleton</i>, siehe Literatur: „His most popular work.“ </span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Dass Scott diesen Konflikt noch Ende des 12. Jahrhunderts als dominant darstellt, wurde von Scotts Zeitgenossen scharf kritisiert: „Scott was severely criticized for presenting Saxon-Norman enmity as persisting into the 12th century, when it was no longer an issue.“ <i>Stapleton</i>, siehe Literatur, S. 444. „Scott was remarkably loose with the facts when he wrote <i>Ivanhoe</i>. (…) It is meant to please, not to instruct.“ <i>Sparknotes</i>, siehe Weblinks. </span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">„Ihre Verbindung ist – wie analoge Szenen in Shakespeares Historiendramen – ein Sinnbild für die Erneuerung der vorübergehend gestörten Staatsordnung.“ <i>Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe</i>, Kindler 1996, Band 15. Sc-St, siehe Literatur, S. 80.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Samson</i>, siehe Literatur. S. 518: „His almost mechanical rapidity of production forbade any kind of revision. How immensely he might have bettered the literary quality of his novels by careful revision there is sufficient proof.“</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Auch dieser Adel hält sich Leibeigene, z. B. <i>Cedric</i> seinen Hofnarren <i>Wamba</i> und seinen Schweinehirten <i>Gurth</i>, die sich in idyllischer Zuneigung zu ihrem Herrn sogar für ihn zu opfern bereit sind. Zur wirklichen Situation der Leibeigenen im nordfranzösischen Hochmittelalter vergleiche <i>Tuchmann</i>, Der ferne Spiegel (siehe Literatur), S. 213 ff., und ebendort auch zu den Bauern als Hauptopfern der Fehden der in ihren Burgen geschützten Adligen, S. 416 ff. </span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Richard wird 1194 aus seiner Haft am Rhein freigelassen. Im Wettkampf der Bogenschützen im 13. Kapitel erklärt <i>Locksleys</i> Gegner, sein Großvater habe in Hastings (also 128 Jahre zuvor) gekämpft, was real kaum möglich ist: Auch hier eine narrative Einschmelzung historischer Distanz.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Scott male ein Bild der „adventurous past“. <i>Sampson</i>, siehe Literatur, S. 518. Ebenso <i>Shmoop</i>: Ivanhoe Analysis, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Shmoop</i>: Ivanhoe Analysis, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Mit seinen historischen Romanen löste Scott geradezu eine literarische Welle aus: Er initiierte „the great romantic movement at the beginning of the nineteenth century.“ <i>Sampson</i>, siehe Literatur, S. 518.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">„What’s more, <i>Ivanhoe</i> is a decidedly Shakespearean novel, in many ways. (…) Scott clearly learned a great deal about writing historical fiction from reading, not earlier historical novels, but from reading Shakespeare’s plays.“ <i>Interestingliterature</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">„Während die ebenso schöne wie kluge und großherzige Jüdin Rebecca alle Vorurteile widerlegt, entspricht ihr Vater Isaac allerdings teilweise dem Klischee des kriecherischen, raffgierigen Geldverleihers.“ <i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Scott, <i>Ivanhoe</i>, 20. und 30 Kapitel.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">„It’s worth noting that Richard (…) fights alongside the Saxons and is presented as a good king. (…) Scott is trying to create a historical identity for England.“ <i>Interestingliterature</i>, siehe Weblinks. „Mythos in diesem Sinne ist eine fundierende Geschichte, die (...) mit einer andauernden Bedeutung ausgestattet wird, die die Vergangenheit in der Gegenwart einer Gesellschaft präsent hält und ihr eine Orientierungskraft für die Zukunft abgewinnt.“ <i>Assmann</i>: Der lange Schatten der Vergangenheit, siehe Literatur, S. 40.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Schon <a href="Homer" title="Homer">Homer</a> lässt in der <a href="Ilias" title="Ilias">Ilias</a> <a href="Odysseus" title="Odysseus">Odysseus</a> nach seiner Rückkehr zunächst inkognito im Wettkampf auftreten und in mehreren Geschichten aus <a href="Tausendundeine_Nacht" title="Tausendundeine Nacht">Tausendundeine Nacht</a> ermitteln Fürsten inkognito Lage und Hoffnungen ihres Volkes. Scott setzt den <i>Deus ex Machina</i> narrativ um, indem er den König bis zum 40. Kapitel inkognito als Schwarzen Ritter allein (!) durch sein Königreich ziehen lässt und er erst dann sein "Geheimnis" lüftet. Aber zur Versorgung eines Turnierpferdes, der Instandhaltung von Rüstung und Waffen, zur Herrichtung der Lager und Gerichte benötigte ein lebendiger Ritter mindestens fünf Knappen. Ein König wäre außerdem in jener politisch instabilen Situation nach einer Usurpation niemals ohne ein bedeutendes Kontingent Bewaffneter umhergezogen.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Stapleton, siehe Literatur: „An interesting feature is the introduction of Robin Hood as Locksley.“</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">„Die Nebenfigur Robin Hood prägte das Bild des angelsächsischen Sozialrevolutionärs.“ <i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Harald_Eggebrecht" title="Harald Eggebrecht">Harald Eggebrecht</a> fasst den neusten Stand der Forschungen zum "historischen Robin Hood" zusammen, dessen Legende wohl auf der ungestillten Sehnsucht nach Gerechtigkeit in unruhigen Zeiten, auf gesetzlosen Bogenspezialisten des 13. Jh. und auf sportlichen Wettkämpfen des 15. Jh. beruht: „Es gibt fünf 'echte' Robin Hoods. Und noch einen, der nicht so hieß.“ (Harald Eggebrecht: <i>Gab es Robin Hood?</i>, <a href="S%C3%BCddeutsche_Zeitung" title="Süddeutsche Zeitung">Süddeutschen Zeitung</a>, 10. Mai 2025) </span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">„… so everyone return to the state he was in before, with a liberty to shift for himself and provide for his own safety…“ John Locke, <a href="Zwei_Abhandlungen_%C3%BCber_die_Regierung" title="Zwei Abhandlungen über die Regierung">Two Treatises on Government</a> (1680-1690), Buch II, § 211. <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://lonang.com/library/reference/locke-two-treatises-government/loc-219/">[1]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Aleida_Assmann" title="Aleida Assmann">Aleida Assmann</a> zitiert <i>Ernest Renan</i> in: <i><a href="Der_lange_Schatten_der_Vergangenheit" title="Der lange Schatten der Vergangenheit">Der lange Schatten der Vergangenheit</a></i>, siehe Literatur, S. 38. Und „die Unebenheiten einer turbulenten und umstrittenen Historie“ werden narrativ in eine sinnvolle und „zeitlose Kontinuität“ umgedeutet „und auf diese Weise (ein) Triumph noch in der Katastrophe erblickt.“ <a href="Stuart_Hall_(Soziologe)" title="Stuart Hall (Soziologe)">Stuart Hall</a> konkretisiert seinen Befund am Beispiel der im britischen <a href="Imperialismus" title="Imperialismus">Imperialismus</a> des 19. Jh. allmählich vom Rassismus durchsetzten nationalen Kultur. In: Stuart Hall: <a href="Das_verh%C3%A4ngnisvolle_Dreieck" title="Das verhängnisvolle Dreieck">Das verhängnisvolle Dreieck. Rasse, Ethnie, Nation.</a> Suhrkamp, Berlin 2018, S. 151 ff. ISBN 978-3-518-58725-6</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe</i>, Kindler 1996, Band 15. Sc-St, siehe Literatur, S. 80.</span>
</li>
<li id="cite_note-getabstract-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-getabstract_24-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Getabstract</i>, siehe Weblinks.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-w" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten (Werk): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4298989-9">4298989-9</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/nr2002043713">nr2002043713</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlna/01161177">01161177</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/186237261/">186237261</a></span> </div>
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